Verabredung.eu Ansprechend ansprechen

Ansprechend ansprechen - Prolog mit Herz und Hirn

Wer ein Buch zu Hand nimmt, entscheidet oft schon nach den ersten Sätzen, ob er es wieder zur Seite legt oder ob es sein Begleiter für ein paar schöne Stunden werden darf. Nur selten macht sich jemand die Mühe und lässt sich nach einem missglückten Start später noch vom Inhalt überzeugen. Ähnliches gilt für das Anknüpfen eines Gesprächs, allgemein gültige Regeln hierfür gibt es aber kaum. Die Stimmigkeit der Worte hängt von den beiden Protagonisten ab, grundsätzlich aber können als Orientierung die drei großen W „Wann?, Wie? und Was?“ hilfreich sein.

Zum richtigen Zeitpunkt, geeignete Worte, passend formuliert:
Auch wenn es unromantisch klingt, auch der gefühlvollste Liebesroman verlangt nach einer besonnen Einleitung. Der richtige Weg zum Anknüpfen neuer Kontakte ist eine Gradwanderung zwischen aufrichtigen Gefühlen und strategischer Technik. Die wenigsten Arbeitgeber, die ihren Angestellten Seminare in Gesprächsführungstechniken anbieten, haben dabei deren privates Wohlergehen im Sinn. Trotzdem sind viele dort erlernte Gesprächsregeln auch für eine erfolgreiche Gesprächsanbahnung nach Feierabend gültig.

Wann? Erwünschter Augenblick oder unerwünschter Moment:
Wer ein Gespräch unterbricht oder ungebeten mitten in eine fröhliche Unterhaltung platzt, verhält sich nicht nur unhöflich, sondern sogar aufdringlich. Besser ist es, seine Ungeduld zu zügeln und auf Signale zu achten, die zeigen, ob der Zeitpunkt zum Ansprechen wirklich günstig ist.

Wie? Schall und Rauch:
Die Wahl einer angenehmen Lautstärke und eines dezenten Tonfalls ist Voraussetzung dafür, möglicherweise „erhört“ zu werden. Einen demonstrativen Flüsterton kann das Gegenüber als ebenso unverschämt oder lästig empfinden wie eine durchdringend erhobene Stimme. Auch undeutliches, unverständliches, rätselhaftes Gemurmel, das sich nur auf die angeborene Neugier des erwünschten Gesprächspartners verlässt, ist ein großes Risiko für einen erfolgreichen Gesprächsstart.

Was? Aktion und Reaktion:
Vorgegebene Phrasen auswendig zu lernen, ist nicht wirklich Ziel führend, es gibt aber drei ausbaufähige Taktiken, um leicht ins Gespräch zu kommen.

  • Die Frage:

Durch Fragen kann man den Gesprächspartner aus der Reserve locken. So können Informationen über seine Vor- und Einstellungen in Erfahrung gebracht werden. Indiskrete, unverschämte oder anmaßende Fragen sind allerdings von vornherein aus dem Inhaltsverzeichnis zu streichen.

  • Die Nachfrage:

Ergibt sich aus der Situation die Möglichkeit, sich auf vorher Gesagtes durch Erkundigungen oder Bestätigungen zu beziehen, ist eine Gesprächsanbahnung naht- und somit problemlos möglich. Auch hierbei ist es selbstverständlich, eine aufdringliche Einmischung oder unerwünschte Ratschläge zu vermeiden und möglichst nur unverfängliche Themen als Anknüpfungspunkte zu nutzen.

  • Die Botschaft:

Warum bevorzugt der Zuhörer spontan eher „Ich finde dich sympathisch.“ als „Du bist sympathisch.“? Feststellungen über eine noch unbekannte Person, sind sie auch noch so nett und freundlich, erscheinen weniger liebenswürdig als Ich-Botschaften. Ich-Botschaften signalisieren Interesse, Achtung und Respekt, weil sie Beobachtungen mitteilen oder Gefühle ausdrücken, ohne anmaßend Unbekanntes zu beurteilen.