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Komplimente - die (un)geschminkte Wahrheit

Die deutsche Schauspielerin Hannelore Schroth definierte den Begriff Kompliment als freundliche Wahrheit mit etwas Make-up. Diese geschminkte Freundlichkeit verlangt aber einen geübten und geschickten Stylisten. Wer auffällig viel oder die falsche Kosmetik benutzt, kann sich einen gelungenen Flirtauftakt abschminken.

Durchschaubar unwahr:
Ein Kompliment muss wenigstens auf einem Körnchen Wahrheit beruhen. Der Gefahr, bei völlig aus der Luft gegriffenen Lobhudeleien als Schwindler entlarvt und nicht mehr ernst genommen zu werden, ist groß. Im besten Fall wird Bequemlichkeit, Desinteresse oder fehlende Menschenkenntnis unterstellt. Die meisten Menschen haben doch genug Selbsteinschätzung, um eine offensichtliche Unwahrheit im Bezug auf die eigene Person zu erkennen. Wer ein schönes Kompliment machen will, muss sich vorher etwas Zeit und Mühe zur Einschätzung seines Gegenübers nehmen. Welche Eigenschaften können charmant hervorgehoben und gerade soviel übertrieben werden, dass die Glaubwürdigkeit erhalten bleibt? So macht nicht nur das Kompliment Freude, sondern vor allem die Tatsache, dass jemand die mehr oder weniger verborgenen Qualitäten gesucht und gefunden hat.

Pauschal banal:
Allgemeine oder niveaulose Flirtsprüche sind kein Kompliment. Triviale Plattheiten motivieren das Gegenüber eher zum Flüchten als zum Flirten. Wer mit plumpen oder gar schlüpfrigen Sprüchen auftritt, wird bald zurücktreten müssen. Persönliche Komplimente sind niemals universell und niemals vulgär oder frivol, sondern bauen auf Niveau und Respekt vor dem Gegenüber auf.

Unsäglich alltäglich:
Die Idee für ein schönes Kompliment braucht auch ein wenig Phantasie und Humor.
Die Besitzer der sprichwörtlichen, auffällig schönen, blauen Augen sind von dieser Eigenschaft oft bereits von ihrem Spiegelbild und tausend anderen Mitmenschen in Kenntnis gesetzt worden. Ihre Überraschung über eine diesbezügliche Feststellung wird sich daher in Grenzen halten, ihre Langeweile weniger. Offensichtliches festzustellen spricht nicht für eine gute Beobachtungsgabe, sondern nur für einen Mangel an Individualität. Wenn ein Attribut so außergewöhnlich, beeindruckend und signifikant ist, dass eine Erwähnung unerlässlich scheint, so ist eine kreative, geist- und humorvolle Formulierung ein weit schöneres Kompliment als eine abgedroschene Floskel.